WASSERQUALITÄT

Ausreichend Wasser zu trinken ist wichtig für die Gesundheit von Mensch und Tier. Wasser ist daher das am häufigsten zur Verfügung gestellte und wichtigste Lebensmittel. Der Körper eines Tieres besteht zu einem großen Teil aus Wasser und Wasser dient dem Tier auch als Lösungs- und Transportmittel. Das Tier reguliert damit seine Körpertemperatur und scheidet Schadstoffe aus. Wasser ist daher sehr wichtig für eine gute Gesundheit. Dennoch wird die Wichtigkeit von Wasser oft unterschätzt: Wasser ist doch gleich Wasser?

In einem Stall werden dem Klima und dem Futter der Tiere viel Aufmerksamkeit gewidmet. Aber ebenso wichtig für Tiergesundheit und Tierwohl ist Wasser. Total Water Care hilft Viehhaltern, eine hohe Wasserqualität für die Tiere sicherzustellen.

Was ist gutes Tränkwasser?

Eine gute Wasserversorgung muss gewährleisten, dass immer ausreichend sauberes und gesundes Tränkwasser zur Verfügung steht. Sobald das Tränkwasser in einen Betrieb gelangt, ist es in erster Linie wichtig, dass jedes Tier immer über eine ausreichende Menge Wasser verfügen kann. Darüber hinaus muss das Wasser sauber sein. Sauberes Wasser ist klar, farblos und geruchlos. Zudem darf es keine überschüssigen oder schädlichen Stoffe enthalten und muss frei von Bakterien oder anderen schädlichen Mikroorganismen sein. Wie gesund Wasser ist, hängt zum Beispiel von der richtigen Mineralstoffzusammensetzung und dem richtigen pH-Wert ab. Zu guter Letzt ist es wichtig, dass alle Parameter auch regelmäßig kontrolliert werden, um Zuverlässigkeit zu garantieren.

Aber wonach wird gutes Tränkwasser beurteilt?

Parameter für Tränkwasser

1. Die erste Kontrolle

Zunächst kann man Wasser ganz einfach selbst mit den eigenen Sinnen beurteilen.

Sedimentation: Sehen Sie im Wasser schwebende Teilchen?

Klar: Können Sie durch das Wasser hindurchsehen oder ist es trüb?

Farbe: Ist das Wasser sichtbar verfärbt?

Geruch: Hat das Wasser einen merkwürdigen Geruch?

2. Chemische Parameter

Die meisten chemischen Parameter lassen sich durch einfache Hilfsmittel kontrollieren. Aber worauf muss man achten?


  • Härte

    Die Wasserhärte besagt, wie viel Härteionen (vor allem Kalk und Magnesium) im Wasser aufgelöst sind. Die Wasserhärte wird meist in Grad deutscher Härte (°dH) angegeben. In Deutschland hat Leitungswasser eine Härte zwischen 6 und 20 °dH. Dies ist je nach Region unterschiedlich. Wenn die Wasserhärte höher als 2,7 °dH ist, beginnen sich Kalkteilchen abzulagern. Die Nachteile von Kalkablagerungen sind:

    Verlust der optimalen Durchflussmenge

    häufigere Reinigungsarbeiten

    mehr Reinigungsmittelverbrauch

    erhöhte Abnutzung von Geräten

    höherer Energieverbrauch


  • Eisen

    Das Vorhandensein von Eisen in Wasser ist nicht gesundheitsschädlich. Eisen ist essenziell, weil es Teil wichtiger Proteine und Enzyme des Körpers ist. Eine gewisse Eisenmenge wird benötigt, aber zu hohe Konzentrationen sind nicht empfehlenswert. Zudem kann Wasser mit einem zu hohen Eisengehalt technische Probleme verursachen:

    Rostablagerung

    Inaktivierung von Arzneimitteln

    Beeinflussung von Farbe, Geruch und Geschmack des Wassers

    möglicherweise Verstopfungen im System

    Der Eisengehalt in Tränkwasser für Tiere darf zwischen 0,2 und 5 mg/l betragen.


  • Mangan

    Mangan kommt, ebenso wie Eisen, von Natur aus häufig in Grund- und unaufbereitetem Brunnenwasser vor. Mangan im Wasser verursacht schwarze Ablagerungen in den Wasserleitungen. Durch diese Ablagerungen reduziert sich die Wasserabgabe und der Bakteriendruck in der Leitung nimmt zu. Zudem verleiht Mangan dem Wasser einen metallischen Geschmack, was zu einer verringerten Wasseraufnahme durch die Tiere und dadurch zu schlechteren Leistungen führt.


  • Ammonium

    Ammonium kommt von Natur aus in niedrigen Konzentrationen sowohl im Grundwasser als auch in Oberflächengewässern vor. Im Grundwasser ist die Konzentration meist niedriger als 1 mg/l. In nahezu dem gesamten Küsten- und Poldersystem wird Ammonium jedoch in hohen Konzentrationen nachgewiesen. Zudem kann von organischem Dünger stammendes Ammonium direkt in das Grundwasser oder über Staubpartikel über Dächer in das Regenwasser gelangen. Zu viel Ammonium im Tränkwasser hat die folgenden Auswirkungen:

    veränderter Geruch des Tränkwassers

    Entstehung von Darmentzündungen und Durchfall

    Es kostet unnötig viel Energie, um Ammonium (über die Leber) unschädlich zu machen.

    Ammonium wird über den Zwischenschritt Nitrit in Nitrat umgewandelt.

    Ammonium kann auch in das schädliche Ammoniakgas umgewandelt werden.

    In allen Fällen führt ein erhöhter Ammoniumgehalt zu Leistungsminderung.


  • Nitrat

    In Wasser kommt Nitrat vor. Nitrat ist kein Schadstoff, kann aber im Körper in Nitrit umgewandelt werden. Nitrit ist in hohen Konzentrationen giftig. Im Allgemeinen weist die Anwesenheit von Nitrat auf eine Verunreinigung hin. Bakterien wandeln Nitrat in Nitrit um und das kann bei den Tieren zu einem niedrigen Blutdruck, Nierenschäden und einem geschwächten Immunsystem führen. Ein zu hoher Nitritgehalt kann auch zu Fruchtbarkeitsproblemen führen. Erhöhte Gehalte von Nitrat/Nitrit verursachen Leistungsprobleme bei den Tieren. Nitrit verursacht einen geringeren Sauerstofftransport im Körper des Tieres.


  • Sulfat

    Sulfat wird im Dünndarm schlecht aufgenommen. Die wichtigsten Auswirkungen der Aufnahme großer Sulfatmengen sind: Austrocknung, Darmreizungen und eine abführende Wirkung. Zudem lässt Sulfat das Wasser bitter schmecken.

3. Mikrobiologische Parameter

Mikroorganismen sind mit bloßem Auge nicht erkennbar, kommen aber überall in der Umwelt vor, so auch im Wasser. Nach der Aufnahme von Mikroorganismen bleiben sie im Körper vorhanden. Mikroorganismen können Krankheiten auslösen oder sich negativ auf die Abwehrkräfte auswirken. Es gibt die folgenden Gruppen von schädlichen Mikroorganismen:

Bakterien

Viren

Hefen

Pilze

Biofilm

Ein Biofilm entsteht, wenn Mikroorganismen auf den Ablagerungen von Mineralstoffen und organischen Schmutzpartikeln an der Wand der Wasserleitung wachsen. Die vorhandenen Bakterien bilden eine Art Schleimschicht, die immer dicker wird und den Bakterien Schutz bietet. Nach einiger Zeit sind die Leitungen verstopft und es gelangen immer mehr Bakterien in die Wasserleitung. Dies hat schwerwiegende negative Folgen für die Tränkwasserqualität. Faktoren, die zur Bildung eines Biofilms beitragen, sind u. a.:

natürliche Verunreinigung des Wassers z. B. durch Kalk, Eisen und Mangan

Anwesenheit von Gasen im Wasser wie Schwefel und Methan

organische Verunreinigung des Wassers

schlechte Leitungen

niedrige Strömungsgeschwindigkeit und hohe Temperatur

Verwendung von Additiven

Hat sich erst mal ein Biofilm gebildet, ist es sehr schwierig, diesen wieder zu entfernen. Selbst nach einer gründlichen Reinigung kann es vorkommen, dass sich der Biofilm nach nur wenigen Tagen wieder neu bildet. Es ist daher sehr wichtig, dass der Ausgangspunkt des einströmenden Wassers in Ordnung ist. Denn alle Verunreinigungen, die gar nicht erst ins System gelangen, müssen logischerweise auch nicht entfernt werden.

Zudem ist es sinnvoll, das Tränkwassersystem mit einem Produkt zu pflegen, das sowohl reinigt als auch desinfiziert. So wird die Bildung eines Biofilms vermieden. Wenn dies sorgfältig gemacht wird, genügt oft schon eine sehr niedrige Erhaltungsdosierung.

Folgen von schlechtem Tränkwasser

Die Folgen von schlechtem Tränkwasser sind erheblich und hängen je nach Situation von den oben genannten Parametern für Tränkwasser ab. Im Allgemeinen handelt es sich vor allem um:

einen erhöhten Krankheitsdruck,

ein geschwächtes Immunsystem,

eine verringerte Wasser- und Futteraufnahme und dadurch schlechtere Leistungen.